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Da haben The Birthday Massacre im September tatsächlich noch ein Videoclip zum Album nachgeschoben. Das Album „Superstition“ habe ich hier ja schon ausführlich besprochen. Der Clip zu „Superstition“ wirkt wie eine Live-Aufnahme und ist das beste Beispiel für den genialen, einzigartigen Sound der Band.

Gleichzeitig ist das mein letzter Beitrag in diesem Blog. Ich mache dann bei „Schwarz ist der Tag“ weiter, ein Blog, den ich bereits Ende 2014 begonnen habe. Würde mich freuen, wenn einige Leser folgen.

Mit einem Jahr Verspätung wurde das Album von Babymetal nun auch in Deutschland veröffentlicht. Su-Metal (16), Yuimetal (16) und Moametal (15) sind die Sängerinnen der Band. Begletet werden sie von erfahrenen Musikern an Gitarren, Keyboards und Schlagzeug, die soliden Death/Trash-Metal spielen. Die Symbiose aus exakt und sauber gespieltem Metal und J-Pop ist durchaus gelungen und bringt eine frische Brise in das Musikbiz. Da stehen Kids auf der Bühne, die verdammt viel Spaß haben und die Hörgewohnheiten Einiger noch gehörig durcheinanderwirbeln werden. Für das Reading-Festival in UK, auf dem auch Metallica spielen, sind sie schon gebucht. Die Babymetal-Worldtour führt im August auch wieder durch Deutschland!

Die Bluesrockerin aus Birmingham, mittlerweile in USA lebend, gastierte am Samstag in der Kulturbastion Torgau. Dank White Stripes und Black Keys ist die Musik unserer Väter und Großväter ja kein Mysterium mehr. Taylor, mit Mikrofon und Gitarre ausgestattet, begleitet von Drummer und Bassist, bot eine perfekte Rock-Show. Bluesrock ist eben der authentischste Rock, den es gibt. Nicht erwartet habe ich, dass fast alle Songs in fünfminütigen, sauber gespielten Gitarrenorgien endeten. Für mich der Beweis, dass sie nicht nur eine gute Sängerin ist, sondern auch ihr Instrument perfekt beherrscht. Das letzte Album klingt leider etwas glatt, perfekter Radio-Bluesrock eben, nichts Außergewöhnliches. Wenn sie es schafft, die Liveatmosphäre auf Studio-Album zu bringen, könnte hier noch etwas Großes entstehen.

Dank GEMA, sind fast alle Clips von ihr gesperrt, deshalb werde ich hier nichts verlinken.

joanne-taylor

 

 

Simfy am Ende

Gestern wurde bekannt, dass mit Simfy der drittgrößte Musik-Streamingdienst in Deutschland aufgibt. Ob Konkurrent Spotify nun seine kostenlosen, werbefinanzierten Angebote abschafft, bleibt abzuwarten. Der Markt ist immer noch groß und unübersichtlich und mit Beats Music von Apple und Tidal von Jay-Z stehen schon die nächsten Anbieter in den Startlöchern. Im ungünstigsten Fall bleibt Streaming nur ein Zusatzgeschäft ohne Gewinn, Beliebtheit und Wert der Medien-Marke werden gesteigert, aber die Verramschung der Musik wird fortgesetzt. Andererseits bietet Streaming eine Plattform um die Musik vorzuhören und animiert möglicherweise zum Kauf des Tonträgers. Wie sich das entwickeln wird, ist schwer vorhersehbar. Welchen Wert besitzt der Tonträger überhaupt noch? Ü-30-Personen haben sich an Tonträger gewöhnt und werden diese auch noch kaufen. Aber was ist mit den jungen Konsumenten? Zu denken geben sollten auch einige Zahlen. Im April haben Portishead getwittert, dass sie mit 34 Millionen Streams im vergangenen Jahr gerade einmal 2.300 € verdient haben. Andererseits meldet Spotify, dass sie im letzten Jahr 500 Millionen € an die Musikindustrie überwiesen haben. Aber warum kommt dann so wenig bei Portishead an? Von echten Independent-Bands will ich gar nicht erst reden. Völlig hirnrissig ist auch die Releasepolitik der Labels, die Streamingdiensten neben den Standard-Editionen auch die Limited-Editions der Alben samt Bonustracks zur Verfügung stellen und sich dann wundern, dass die CD-Verkäufe zurückgehen.

Appetit auf das neue Album von Sophie Hunger bereitet der Titelsong „Supermoon“, welcher schon veröffentlicht wurde. Geheimnisvoll und etwas dunkler als gewohnt könnte es auf einen Stilwechsel deuten. Allerdings fischt „Love Is Not The Answer“ wie gewohnt im Becken des Songwriter-Pop, dafür aber selbstbewusster und eingängiger. Mal sehen, wohin die Reise führt. Die Flamme der Kreativität lodert weiter in Sophie Hunger und dürfte sicher noch für einige musikalische Leckerbissen sorgen.

Im Februar erschien das Doppel-Album ‚Use Your Illusion 3 & 4‘ von Locas In Love. Mit ihrem intellektuellen Folkpop amerikanischer Prägung sind sie ziemlich einzigartig bei uns. Zwar sind die lärmigen Gitarren, die auf ‚Lemming‘ gelegentlich auftauchten, verschwunden, geblieben ist aber ein bemerkenswert gutes Songwriting und die deutschsprachigen Texte über Freundschaft, Liebe, Freiheit, Veränderung und ein bisschen Revoluzzertum. Kaum eine andere Band bringt intelligente Texte so entspannt mit eingängiger Musik zum Hörer. Als gelungenen Ausgleich zur song- und textorientierten CD 1 enthält CD 2 ruhige, gitarrenbetonte Instrumentals.

Hier als Video die zweite Single ‚Blackbox‘:

Das Instrumental ‚Christophstraße​/​Mediapark‘:

Zu Locas In Love

Aus dem sonnigen Australien stammen Mojo Juju & The Snake Oil Merchants, die mit „Anthology“ – Musik zum neuen Film „Beste Freunde“ liefern. Der optimistische, kraftvolle Mix aus Swing, Tango, R’n’B und Rock’n’Roll passt hervorragend zu dieser Komödie. Jonas Grosch – einer der Regisseure – fragte die Band nach einem Konzert, ob sie die Musik zum Film liefern wollen. So entstand diese Compilation, die in den Titeln 1 bis 5 sowie 13 und 14 – Musik zum Feiern und Tanzen liefert. Die anderen Songs sind sparsamer instrumentiert und stellen die im Blues verwurzelte Stimme von Mojo Juju in den Mittelpunkt. „Anthology“ ist eine Zusammenstellung aus dem Debüt von 2007 und dem Album „Selling You Salvation“.

Zu Mojo Juju

Keinen Math-Rock, sondern sehr eigenständigen, vielseitigen Alternative-Rock bieten Maths And The Moon aus dem südlichen England. Ihr Debüt „Night Train Daydream“ erschien bereits im Oktober 2014. Darauf spielen sie so unkonventionell und überraschend ihre verschachtelten Songstrukturen, dass man es kaum glauben mag. Der Night Train führt durch irre Gedanken, begleitet von nächtlichen Dämonen, den Hörer am Ende sicher ans Licht. „Old Days/New Daze“ bringt die Aussage des Albums auf den Punkt: „Bring out your fears, bring out your ghosts and come out to play“.

Maths And The Moon bei bandcamp

Feinsten Pop liefern Christine and The Queens mit ihrem Debütalbum „Chaleur humaine“, welches bereits im Sommer 2014 erschien. Beim Stöbern auf youtube habe ich diese schöne Aufnahme von „Saint Claude“ gefunden. Minimalistische, kühle Beats treffen auf die grandiose, gefühlvolle Stimme von Sängerin Christine. So gut war Pop schon lange nicht mehr. Mal sehen was 2015 noch kommt.